Langsamläufer oder Schnellläufer: Was ist der Unterschied?

Autor: Johannes Partz / ✅ Aktualisiert am: 07.06.2023 / Startseite » Langsamläufer oder Schnellläufer: Was ist der Unterschied?

Geht es um Stromerzeuger Motoren, unterscheiden Experten in der Regel zwischen Langsamläufer und Schnellläufer. Kennzeichnend ist dabei die Drehzahl, die entweder sehr gering oder sehr hoch ausfällt. Was das bedeutet und welche Art von Motor am besten zum Einsatz kommt, hängt grundsätzlich davon ab, ob es um einen Verbrennungsmotor für Stromerzeuger oder einen elektrischen Antriebsmotor geht. Deutsche-Thermo erklärt, was bei einem Langsamläufer der Unterschied zum Schnellläufer ist und wann welche Bauart infrage kommen.

Mehrere Langsamlaeufer und Schnelllaeufer Stromerzeuger im Ausstellungsraum eines Herstellers

Die Themen im Überblick

Verbrennungsmotoren für Generatoren und Notstromerzeuger

Geht es um die flexible und lokale Stromerzeugung, kommen Aggregate mit Verbrennungsmotor zum Einsatz. Diese bestehen aus Motoren, die in Gas, Benzin oder Diesel gespeicherte Energie in mechanische Energie umwandeln. Es entsteht eine Drehbewegung, die Generatoren antreibt, um letztlich elektrische Energie zu erzeugen. Wie gut das funktioniert und wie viel Strom ein mobiler Stromerzeuger produzieren kann, hängt dabei von zahlreichen Eigenschaften ab. So zum Beispiel von der Baugröße und der Leistung der Anlagen. Ein entscheidendes Merkmal ist darüber hinaus die Drehzahl der Motoren, die eine Einteilung in Langsamläufer und Schnellläufer ermöglicht. Während die einen bei 1.500 Umdrehungen pro Minute arbeiten, erreichen die anderen im Normalbetrieb 3.000 Umdrehungen pro Minute.

Übrigens:

Geht es um die Einteilung von Antriebsmotoren mit Verbrennung, unterscheiden Experten Langsamläufer (unter 1.500 U/min), Normalläufer (etwa 1.500 U/min) und Schnellläufer (ab 3.000 U/min). Relevant ist die Drehzahl hier aber nicht zur Stromerzeugung, sondern zum Betrieb verschiedenster Prozesse.

Langsamläufer und Schnellläufer: Unterschiede der Motoren

Wann Langsamläufer und wann Schnellläufer zum Einsatz kommen, lässt sich anhand der unterschiedlichen Eigenschaften beider Maschinen sehr gut erklären. Langsamläufer sind Motoren mit einer niedrigen Drehzahl. Sie verursachen weniger Reibung, laufen ruhiger und vor allem geräuschärmer. Die Motoren sind mit 10.000 bis 25.000 Betriebsstunden sehr langlebig, in der Anschaffung aber meist etwas teurer.

Schnellläufer erreichen mit 3.000 Umdrehungen pro Minute eine deutlich höhere Drehzahl. Sie verursachen mehr Reibung und sind im Betrieb lauter. Im Vergleich zu Langsamläufern sind sie weniger langlebig, sodass ihre Lebensdauer im Durchschnitt auf 3.000 bis 8.500 Betriebsstunden begrenzt ist. Von Vorteil sind jedoch die niedrigeren Kosten bei der Anschaffung.

Einsatzbereiche für Motoren mit unterschiedlich hoher Drehzahl

Auf Basis der Betriebseigenschaften ergeben sich verschiedene Einsatzbereiche für Verbrenner als Langsamläufer und Schnellläufer. Schnellläufer eignen sich dabei in der Regel zur kurzzeitigen Nutzung von etwa vier bis zehn Stunden am Stück. Das entspricht typischen Tageseinsätzen auf Baustellen oder im Handwerk.

Langsamläufer eignen sich durch den reibungsärmeren und ruhigeren Betrieb für den permanenten Einsatz (bis zu 24 Stunden am Tag). Sie kommen daher immer dann infrage, wenn es um die Strom- oder Notstromversorgung geht.

Eigenschaften und Einsatzbereiche der Motoren auf einen Blick

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zwischen Langsamläufern und Schnellläufern auf einen Blick zusammen.

LangsamläuferSchnellläufer
Drehzahl1.500 U/min3.000 U/min
Geräuschpegelniedrigerhöher
Betriebsstunden10.000 bis 25.0003.000 bis 8.500
Anschaffungskostenhöherniedriger
Einsatzzeitendauerhaft bis zu 24 Stunden am Tagbegrenzt auf 4 bis 10 Stunden pro Tag
EinsatzbereicheStromerzeugung und NotstromversorgungBaustellen, Handwerk

Das heißt: Wer einen lange haltbaren, leisen und effizienten Stromerzeuger sucht, greift am besten zum Langsamläufer. Geht es um die mobile Stromerzeugung auf Baustellen oder im Handwerk, kommen auch günstigere Schnellläufer infrage.

Elektromotoren für Fahrzeuge und Maschinen auswählen

Die Begriffe Langsamläufer und Schnellläufer finden sich nicht nur bei Generatoren mit Verbrenner oder Zapfwellenstromerzeugern, sondern auch bei elektrischen Antrieben. Diese kommen zum Einsatz, um Maschinen, Förderschlitten oder Fahrzeuge anzutreiben. Sie bewegen Rollläden sowie Garagen- oder Gartentore und müssen je nach Einsatz unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Relevant sind dabei zum Beispiel Drehzahl und Drehmoment, die beide von der Bauart und Betriebsweise des Motors abhängen. So handelt es sich bei Standardmotoren in der Regel um Schnellläufer, deren Drehzahl sich technisch reduzieren lässt. Problematisch ist dabei allerdings, dass damit auch das Drehmoment sinkt. Der Motor verliert an Kraft und lässt sich in vielen Bereichen nicht mehr einsetzen. Die Lösung stellen Getriebemotor-Langsamläufer dar, die über eine eigene Untersetzung verfügen.

Übrigens:

Getriebe an Elektromotoren sorgen nicht nur für mehr Kraft, sie ermöglichen es auch, kleinste Schrittweiten einzuhalten und so zum Beispiel Ventile ganz genau einzustellen.

Elektromotor: Langsamläufer mit integriertem Getriebe für viel Kraft

In nahezu allen Bereichen, in denen elektrische Antriebe zum Einsatz kommen, sind heute Getriebemotoren als 12 Volt, 230 Volt oder 400 Volt Langsamläufer gefragt. Grund dafür ist die hohe Flexibilität, die das Getriebe ermöglicht. Es ist fest mit dem Elektromotor verbunden und fungiert als Wandler für Drehzahl und Drehmoment. Entscheidend ist dabei meist Letzteres, um leichte, mittlere und schwere Lasten bewegen zu können. Das Getriebe lässt sich dabei passgenau dimensionieren, um unterschiedlichste Anforderungen in der Praxis bestmöglich zu erfüllen.

Die Funktionsweise des Getriebemotor-Langsamläufers einfach erklärt

Wie bereits beschrieben, sind Elektromotoren als Langsamläufer häufig mit einem Getriebe verbunden. Dieses sitzt an der Welle des Motors, um dessen Drehbewegung aufzunehmen. Ein System aus Zahnrädern übersetzt die Drehzahl daraufhin ins Langsame, was zu einem Anstieg des resultierenden Drehmoments führt.

Übrigens:

Durch die Untersetzung im Getriebe erreichen Anlagen ein höheres Drehmoment als die Motoren ohne die unterstützende Technik abgeben könnten. Vergleichbar ist das mit der Gangschaltung an einem Fahrrad. Im kleinsten Gang muss man zwar am schnellsten treten, überträgt aber auch dabei aber mehr Kraft auf das Hinterrad.

Geht es um den Aufbau der Getriebe, unterscheiden Hersteller grundsätzlich Parallelwellengetriebe sowie Winkelgetriebe. Bei Ersteren liegen Antriebs- und Abtriebswelle in einer Ebene, wodurch die Kraftübertragung geradlinig erfolgt. Bei Winkelgetrieben stehen Antriebs- und Abtriebswelle hingegen senkrecht aufeinander, wodurch sie den Kraftfluss rechtwinklig umlenken.

FAQ: Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema

Was unterscheidet Langsamläufer und Schnellläufer bei Stromerzeugern?

Schnellläufer erreichen eine Drehzahl von 3.000 U/min. Sie sind günstiger in der Anschaffung, erzeugen dafür aber einen vergleichsweise hohen Wartungsaufwand. Die Lebensdauer liegt im Durchschnitt bei 3.000 bis 8.500 Stunden. Langsamläufer arbeiten bei nur 1.500 U/min. Sie sind leiser, laufruhiger und wartungsärmer. Die Anschaffungskosten sind zwar höher, dafür liegt die durchschnittliche Lebensdauer bei 10.000 bis 25.000 Stunden.

Wann kommt welche Art von Motor zum Einsatz und welche Vorteile hat das?

Schnellläufer kommen für Baustellen, Handwerker- und Gartenarbeiten zum Einsatz, die nicht länger als vier bis zehn Stunden am Tag andauern. Hier punkten die Anlagen mit einem geringeren Gewicht und niedrigeren Anschaffungskosten. Sind Stromerzeuger für den dauerhaften Einsatz gesucht (bis zu 24 Stunden am Tag), benötigen Sie einen Langsamläufer, der für den Dauerbetrieb geeignet ist. Die lange Lebensdauer, die geringeren Wartungskosten und der geringere Verbrauch gleichen die höheren Anfangskosten hier in der Regel aus.

Wie funktioniert ein Elektromotor als Langsamläufer mit Getriebe?

Soll ein Elektromotor als Langsamläufer arbeiten, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen lässt sich die Drehzahl elektronisch reduzieren, zum anderen mit einer mechanischen Untersetzung. Während Ersteres mit einem gewissen Drehmomentverlust verbunden ist, lässt sich dieses mit einem Getriebe sogar steigern. Möglich ist das durch die Verbindung von Zahnrädern unterschiedlicher Größe, ähnlich wie bei der Schaltung an einem Fahrrad. Die maximale Drehzahl der Motoren ist durch das Getriebe jedoch auf die Ausgangsdrehzahl der Mechanik begrenzt.

Was sind Vorteile der 400 V, 230 V oder 12 V Motoren als Langsamläufer?

Getriebemotoren haben auch bei niedrigen Drehzahlen ein hohes Drehmoment. Sie lassen sich individuell auslegen und schaffen es, kleine, mittlere oder schwere Lasten zu bewegen. Ein weiterer Vorteil ist die kleine Schrittweite, die zwar zu einer langsamen, dafür aber sehr genauen Reaktion führt.

Autor: Johannes Partz

Johannes Partz

Johannes ist hier Geschäftsführer. In der Energiebranche ist er seit 2013. Er war in verschiedenen Positionen in Technik und Vertrieb bei Energieversorgern tätig. Seine technische Expertise hat er aus den 3 Jahren als Geschäftsführer bei der Hampel GmbH - einem Gebäudetechnik Unternehmen mit Fokus auf Heizungstechnik, Sanitär, Lüftung und Klima.

Neueste Beiträge