Notheizung mieten & kaufen: Elektrisch, Öl oder Gas

Fällt die Heizung aus, geht das im Wohnbereich mit Einbußen im Komfort einher. Während Eigentümer frieren und schnell für Abhilfe sorgen müssen, können Mieter teilweise die Zahlungen reduzieren. In Unternehmen drohen darüber hinaus sogar Umsatzeinbußen, wenn die wichtige Heiztechnik nicht mehr funktioniert. Eine einfache und schnelle Lösung für all diese Fälle ist die Notheizung.

Sie lässt sich kurzfristig installieren und versorgt ganze Immobilien oder einzelne Räume vorübergehend mit ausreichend Wärme. Aber welche Arten der Notheizung gibt es eigentlich? Für wen kommt welches Heizsystem infrage und wann sollten Nutzer die Technik mieten oder kaufen?

Die Themen im Überblick

Bei einem Heizungsausfall schnell reagieren

Heizungsanlagen versorgen Gebäude mit wohliger Wärme. Sie sorgen für einen hohen Komfort und halten Produktionsprozesse am Laufen. Fällt die Technik aus, ist all das nicht mehr gegeben. Der Komfort sinkt, wichtige Prozesse können zum Erliegen kommen und sogar Frostschäden an wasserführenden Leitungen sind möglich. Um das zu verhindern, ist schnelles Reagieren bei einem Ausfall der Wärme spendenden Technik besonders wichtig. Bei vielen Problemen helfen Heizungsnotdienste schnell weiter, sodass die Anlage nicht lange still steht. Bei größeren Reparaturen oder gar einem nötigen Austausch der Heizung funktioniert das nicht. In diesen Fällen sorgt eine Notheizung zum Mieten oder Kaufen vorübergehend für ausreichend Wärme. Private oder geschäftliche Nutzer haben Zeit, den Heizungstausch gründlich vorzubereiten und die aktuell sehr hohen Fördermittel zu beantragen. Diese gibt es in Höhe von 20 bis zu 45 Prozent über die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für viele Heizungsarten. Sie ist allerdings vor der Beauftragung von Handwerksfirmen zu beantragen.

Die folgende Übersicht zeigt typische Gründe für eine Notheizung:

  • Gewährleisten eines hohen Wohnkomforts im Eigenheim
  • Beheizen vermieteter Wohnungen, um Mietausfällen vorzubeugen
  • Schutz der Gesundheit in Kranken und Pflegeheimen
  • Aufrechterhalten von Prozessen in Gewerbe und Industrie
  • Sicherstellen der Mindesttemperaturen am Arbeitsplatz nach ASR 3.5
  • Frostfreihaltung bei Heizungsausfällen im tiefsten Winter
  • Verhindern von Bauschäden wie kondensierender Feuchte und Schimmel

Verschiedene Einsatzbereiche der Notheizung

Die Übersicht zeigt bereits, dass sich in vielen Bereichen eine Notheizung mieten oder kaufen lässt. Anlass dazu ist aber nicht immer ein spontaner Heizungsausfall. Auch geplante Wartungs- oder Reparaturarbeiten lassen sich mit der mobilen Heiztechnik überbrücken. Betriebe, Krankenhäuser und Pflegeheime können eine solche Anlage darüber hinaus auch anstelle redundanter Technik einplanen. Dabei ersetzt die Notheizung eine zusätzlich installierte Heizung, die im besten Falle nie nötig ist, dafür aber ständig Wartungskosten verursacht. Die folgende Übersicht zeigt typische Einsatzfälle:

  • Notheizung für einen spontanen Heizungsausfall
  • Frostfreihaltung unbeheizter Räume oder Nebengelasse
  • Überbrückung von Wartungs- und Reparaturarbeiten
  • Ersatz einer kostenintensiven redundanten Heizung
  • Beheizung von Baustellen in der Heizperiode
  • Wärmeversorgung von Zelten und Veranstaltungen
  • Notheizung für Nah- und Fernwärmestationen

Grundsätzlich lässt sich eine Notheizung darüber hinaus auch zur Unterstützung von Trocknungsvorgängen auf Baustellen oder nach Wasserschäden nutzen. Besser geeignet sind hier allerdings Bautrockner, die Feuchtigkeit aus der Luft kondensieren oder aufnehmen.

Notheizung: Verschiedene Arten im Überblick

Abhängig vom gewählten Einsatzgebiet kommen unterschiedlichste Notheizungen infrage. Kategorisieren lassen sie sich dabei zum einen nach der Art der Wärmeübertragung. Zum anderen aber auch nach den Brennstoffen, mit denen die Systeme laufen.

Mobile Zentralheizung oder einzelne Heizgeräte

Notheizungen können einzelne Räume, aber auch ganze Gebäudekomplexe mit Wärme versorgen. Ersteres erledigen zum Beispiel Lufterhitzer, Heizkanonen, Strahlungsheizer oder Heizregister. Die Anlagen bringen Wärme in der Regel mit Luft in die zu beheizenden Räume ein. Dazu lassen sie sich direkt am Einsatzort oder vor dem Gebäude aufstellen. Während Ersteres bei kleinen Leistungsbereichen sinnvoll ist, eignen sich größere Warmlufterzeuger vor allem dann, wenn die Heizlösung viel Wärme einbringen muss. Möglich ist das dabei über flexible Folienschläuche, die vom Wärmeerzeuger bis zum zu beheizenden Bereich führen. Typische Einsatzbereiche sind hier:

  • privatgenutzte Wohngebäude
  • einzelne Räume und kleine Gebäude
  • Winterbaustellen ohne Wärmeverteilung
  • Zelte und Veranstaltungen

Geht es darum, ganze Gebäude oder Gebäudekomplexe vorübergehend mit Wärme versorgen, eignen sich wasserführende Systeme besser. Diese funktionieren wie der Heizkessel im eigenen Haus. Sie sind über flexible Schläuche mit der bestehenden Wärmeverteilung verbunden und erhitzen Heizungswasser. Dieses strömt, angetrieben von einer Pumpe durch das Gebäude, um die vorhandenen Heizkörper, Flächenheizungen oder Heizregister mit der benötigten Wärme versorgen. Typische Einsatzgebiete sind hier:

  • Bürogebäude und Einkaufszentren
  • Gewerbe- und Industriebetriebe
  • Krankenhäuser und Pflegeheime
  • Gebäudekomplexe oder Quartiere
  • Nah- und Fernwärmenetze
  • Mehrfamilienhäuser

Notheizung für Strom, Gas, Öl oder Holzpellets

Neben der Art der Wärmeübertragung lassen sich Lösungen zur Notbeheizung auch nach den eingesetzten Energieträgern unterscheiden. Zur Auswahl stehen dabei Wärmeerzeuger für Strom, Gas, Heizöl oder Holzpellets. Was diese auszeichnet und wann sie jeweils zum Einsatz kommen, zeigt die folgende Tabelle:

Energieträger für die NotheizungFunktionsweise und LeistungsbereichEinsatzbereich
StromDie Notheizung mit Strom ist in unterschiedlichen Arten erhältlich. Weit verbreitet sind mobile Lufterhitzer beziehungsweise Heizlüfter. Diese mobilen Heizgeräte saugen Raumluft an, leiten diese über einen elektrischen Heizwiderstand und bringen so ein bis 15kW in den Raum ein. Für den Anschluss genügt je nach Leistung eine Schuko-Steckdose oder ein Starkstromanschluss. Vorteil ist, dass die Notheizung keine Abgas ein den Raum einbläst. Die Betriebskosten sind aufgrund der Strompreise aber sehr hoch.

 

Infrage kommen auch elektrische Heizpatronen mit einer Leistung von ein bis 15 kW. Diese lassen sich in einen Wärmespeicher integrieren, um das Heizungswasser in der Anlage zu erwärmen. Das ist platzsparend und ohne große Einschränkungen möglich. Die Betriebskosten sind allerdings auch hiervergleichsweise hoch.

Ist kein Wärmespeichervorhanden, sind auch elektrische Heizkessel als Notheizung wählbar. Diese bringen bis zu 24 kW und lassen sich an das Heizungsnetz anschließen, um den zentralen Wärmeerzeugervorübergehend zu ersetzen. Anschließend erhitzen die Geräte das Heizungswasser, welches wie gewohnt in der Anlage zirkuliert. Von Vorteil ist die Möglichkeit, neben Heizwärme auch warmes Brauchwasser bereitzustellen. Wie bei den anderen Elektroheizungen sind die Stromkosten aber auch hier der größte Nachteil.

Keller, Nebengelass, einzelne Räume, kleine Gebäude
Erdgas, FlüssiggasAuch die Notheizung mit Gas ist in unterschiedlichen Arten erhältlich. Mobil und einfach zu nutzen sind dabei Gasheizstrahler, Katalytöfen und Gas-Heizgebläse. All diese Geräte arbeiten mit Flüssiggas aus Gasflaschen. Dieses verbrennt, um bis zu 50 kW Wärme in einen Raum oder ein Haus einzubringen. Die Heizung arbeitet komplett unabhängig von der öffentlichen Strom- oder Gasversorgung. Ohne Abgasleitung bläst sie allerdings viele Abgase in den Raum ein. Großer Nachteil aller Gas-Strahler und Gas-Lufterhitzer ist der Bedarf an Sauerstoff bei der Verbrennung, ohne den schädliches Kohlenmonoxid entsteht. Wichtig ist daher, dass Nutzer die Notheizung nur in sehr gutbelüfteten Räumen oder Gebäuden einsetzen.

 

Alternativen stellen mobile Warmluftsysteme dar. Diese verbrennen Flüssiggas, um Außenluft zu erwärmen. Letztere leiten die Geräte dann über flexible Schläuche in den zu beheizenden Bereich. Die Anlagen leisten bis zu 150 kW und versorgen somit auch größere Gebäude mit Warmluft. In Kombination mit einer mobilen Heizzentrale sind darüber hinaus auch Warmlufterzeuger mit bis zu 300 kW Leistung verfügbar.

Besteht die Möglichkeit, die Notheizung an die zentrale Wärmeversorgung im Haus anzuschließen? Dann kommen auch mobile Heizzentralen als Anhänger- oder Containerheizung zum Einsatz. Diese lassen sich flexibel vor dem Gebäude aufstellen und mit der Erd- oder Flüssiggasversorgung sowie dem Heizungsnetz verbinden. Die Leistung der Notheizsysteme reicht von etwa 20 bis zu mehr als 2.000 kW. Außerdem lassen sich mehrere Wärmeerzeuger zu einer Kaskade verbinden, um eine noch höhere Leistung bereitstellen zu können.

Wohngebäude, Geschäftsgebäude, Bürohäuser, Einkaufszentren, Gewerbe- und Industrieanlagen, Schulen, Kindergärten, Pflegeheime, Krankenhäuser
HeizölHeizöl-Notheizungen sind genau wie Gas betriebene Systeme in Form von Heizgebläsen, Heizkanonen, Warmluftsystemen sowie Heizzentralenverfügbar. Die Eigenschaften decken sich. Nachteilig ist lediglich die Tatsache, dass Heizöl nicht in allen Bereichen uneingeschränkt nutzbar ist.Wohngebäude, Geschäftsgebäude, Bürohäuser, Einkaufszentren, Gewerbe- und Industrieanlagen, Schulen, Kindergärten, Pflegeheime, Krankenhäuser
HolzpelletsDie Notheizung mit Pellets ist unter anderem als Warmlufterzeuger mit mobilem Pellettank erhältlich. Dabei handelt es sich um Heizgeräte, die Luft mit einem Pelletbrenner erhitzen und über flexible Schläuche in die zu beheizenden Bereiche einbringen. Die Leistung der Systeme liegt bei bis zu120 kW.

 

Darüber hinaus gibt es auch Containerheizungen sowie Anhängerheizungen mit mobilen Pellettanks. Beide Lösungen lassen sich an die zentrale Wärmeversorgung im Haus anschließen, um das Heizungswasser zu erhitzen. Sie arbeiten weitestgehend CO2-neutral mit nachwachsenden Rohstoffen und leisten etwa 50bis über 2.000 kW.

Im Vergleich zu Gas- oder Öl-Notheizungen sind Pelletanlagen mit einem größeren manuellen Aufwand verbunden. So lässt sich bei gleichem Lagervolumen nur die Hälfte der Energie bevorraten. Außerdem ist die Asche der Verbrennung regelmäßig auszutragen.

Wohngebäude, Geschäftsgebäude, Bürohäuser, Einkaufszentren, Gewerbe- und Industrieanlagen, Schulen, Kindergärten, Pflegeheime, Krankenhäuser

Die Tabelle zeigt: Für jeden Einsatzfall gibt es die passende Notheizung. Während für Bereiche mit geringem Leistungsbereich vor allem elektrische Systeme infrage kommen, sind Gas- oder Ölheizsysteme für die Versorgung kompletter Gebäude oder Quartiere geeignet. Gleiches trifft auch auf die mobile Pelletheizung zu.

Notheizung mieten oder kaufen: Was lohnt sich mehr?

Per Definition soll eine Notheizung Wärme nur vorübergehend bereitstellen. So zum Beispiel dann, wenn die konventionelle Heizung durch eine Störung oder geplante Wartungs-/Reparaturarbeiten ausfällt. Die vorübergehende Nutzung spricht dabei klar für die Mietvariante. Denn auf diese Weise ist die Technik schnell und ohne hohe Anschaffungskosten einsetzbar. Nutzer bekommen moderne und top gepflegte Geräte, für die sie nur während der Nutzung zahlen. Die Höhe der Kosten hängt dabei von der Art, der Leistung und der Nutzungszeit der mobilen Heizlösung ab. Sinnvoll ist die Mietlösung selbst für Handwerksbetriebe, die auf diese Weise immer genau die Heizung bekommen, die am besten zum jeweiligen Einsatzort passt. Würden Handwerksbetriebe die Notheizung kaufen, müssten sie unterschiedliche Geräte lagern und regelmäßig warten.

Hausbesitzer oder Verwalter, die im Ernstfall nur einzelne Räume beheizen müssen, können auch eine kleine Notheizung kaufen. Dabei handelt es sich üblicherweise um einen Heizlüfter, der darüber hinaus auch als Zusatzheizung nutzbar ist. Das Gleiche gilt für Handwerker, die sich mit einer Bauheizung vor Arbeitsausfällen im Winter absichern möchten. Auch diese können eine kleine und mobile Notheizung kaufen.