Die Storz- Kupplung – Standardverbindung für die Feuerwehr

Die Storz-Kupplung ist der deutsche Überbegriff für alle Kupplungen, die bei großen, formstabilen Schläuchen zum Einsatz kommen.
Diese Schlauch Kupplung zeichnet sich durch schnelle Montage und eine zuverlässige Verbindung aus.

Die Themen im Überblick

Grundwissen zur Storz Kupplung

Die Storz-Kupplung, auch „Feuerwehrkupplung“ genannt, ist die Standardverbindung für Rohre und Schläuche, die bei der Brandbekämpfung eingesetzt werden. Ihre Hauptaufgaben sind folgende:

  • schnelle Montage
  • zuverlässige Verbindung
  • korrosionsfest und pflegeleicht

Diese Anforderungen erfüllt jeder Typ in gleicher Weise. Die Storz-Kupplung lässt sich ohne Werkzeug montieren. Die Verbindung ist unter Druck nicht lösbar und dicht. Durch die Verwendung von nicht rostenden Werkstoffen ist diese Schlauchverbindung sehr dauerhaft. Als Pflege benötigt sie lediglich eine regelmäßige Reinigung und ein Einfetten der Reib- und Dichtflächen. Das erleichtert die Montage.

Der Erfinder der Feuerwehrkupplung war der deutsche Ingenieur Guido Storz. Als er bei einem Brand in Konstanz beobachtete, wie viel kostbare Zeit für das Verkuppeln der Löschanlage verschwendet wurde, wollte er das System verbessern. Das Ergebnis war die „Kupplung mit gleichen Hälften“. Sie wurde 1890 in der Schweiz und 1893 in den USA patentiert. Es dauerte noch bis 1936 bis sein System zum Standard für die Feuerwehren in Deutschland wurde. Heute hat es sich in ganz Europa als Norm durchgesetzt. Die Schlauch Kupplung ist in vielen Baugrößen erhältlich und wird nicht ausschließlich für die Brandbekämpfung eingesetzt.

Storz Kupplung an einer Hauswand

Varianten der Storz Kupplung

Diese Schlauch Kupplung wird in vier Typen unterschieden:

  • Druckkupplung
  • Saugkupplung
  • Festkupplung
  • Blindkupplung und Übergangsstück

Die Druckkupplung lässt sich ohne Werkzeug montieren. Sie erhält ihre Festigkeit, wenn das Rohr/Schlauchsystem mit Druck beaufschlagt ist.

Die Saugkupplungen funktionieren ähnlich. Sie sind für den Druck- und den Saugbetrieb geeignet. Ihre Montage ist etwas umständlicher als bei der reinen Druckkupplung.

Festkupplungen ergänzen die Druckkupplung durch eine Armatur. Die Kupplung wird einseitig mit einem Gewinde fest an die Medienquelle angeschlossen. Die Verbindung zur Schlauchseite ist wieder eine normale Storz-Kupplung. Als Armaturen kommen Manometer, Drehventile und Kugelventile ggf. mit Abzweigen zum Einsatz.

Die Blindkupplung und das Übergangsstück sind technische Erweiterungen für Storz-Kupplungen. Mit ihnen lässt sich die Öffnung verschließen oder der Durchmesser verändern. Damit werden unterschiedliche Schlauchgrößen miteinander kompatibel.

Aufbau und Kanaggenabstand

Die Storz-Kupplung ist ein „hermaphroditisches“ Verbindungssystem für medienführende Leitungen. Hermaphroditisch bedeutet, dass beide Kupplungsteile gleich aufgebaut sind. Die Kupplung der Schläuche bzw. Schläuche und Leitungen erfolgt „formschlüssig“. Die einzelnen Bauteile können sich im Betrieb nicht voneinander lösen, ohne sich dabei gegenseitig zu zerstören.

Die Komponenten der Storz-Kupplung sind folgende:

  • Knaggen (bzw. „Klauen“)
  • Nuten
  • Dichtfläche (Gummi oder Messing)
  • Drehbares Kupplungsstück

Unter Knaggenabstand ist der Abstand zwischen den Laschen. Die Kupplungsstücke werden so aufeinandergesetzt, dass die Knaggen der einen Hälfte in die Nuten der gegenüberliegenden Kupplungshälfte eingeführt sind. Anschließend werden sie gegeneinander verdreht, bis sie anschlagen oder einrasten. Die Kupplung ist unter Druck selbst sichernd und nicht lösbar. Um sie lösen zu können, muss zunächst der Schlauch entlastet sein. Fällt eine Kupplung aus, war sie entweder nicht korrekt verbunden oder eine Knagge ist abgebrochen. Dies passiert nur, wenn die Knagge vorgeschädigt war. Zur Wartung der Schläuche gehört deshalb auch, die Knaggen auf Biegung oder Haarrisse zu untersuchen.

Größen der Storz-Kupplung

Die Storz-Kupplung wird in den Größen A-D und in Sondergrößen angeboten. Die Buchstaben stehen für folgende Knaggenabstände und Schlauchdurchmesser:

A: 133 mm / 110 mm
B: 89 mm / 75 mm
C: 66 mm / 52 mm
D: 31 mm / 25 mm

Diese Angaben gelten für Saugleitungen. Bei Druckleitungen gibt es noch folgende Zusatzgrößen:

C 52: 66 mm/ 52 mm
C 42: 66 mm / 42 mm
S 32: 66 mm / 32 mm
S 28: 66 mm / 28 mm

Darüber hinaus sind für besonders große Verbindungen die F-Kupplungen im Einsatz. Sie haben einen Knaggenabstand von 150 – 250 mm. Sie haben drei Knaggen und sind auf einen besonders hohen Innendruck ausgelegt.

Anwendungen der Storz-Kupplung

Storz-Kupplungen werden grundsätzlich dort eingesetzt, wo eine Verbindung möglichst ohne Werkzeug und nur für einen kurzen Zeitraum erfolgen soll. Für längere Einsätze ist die Schraubkupplung vorgesehen. Dauerhafte Verbindungen werden durch geschraubte, gepresste oder gelötete Systeme hergestellt.

Kleine Storz-Kupplungen mit Schläuchen von entsprechend geringem Durchmesser setzt man für Saugleitungen oder Niederdruck-Anwendungen ein. Typische Verwendungen für diese Kupplungen sind Beregnungsanlagen, Gartenschläuche oder Schmutzwasserpumpen.

Mittelgroße Storz-Kupplungen sind der Standard in der Brandbekämpfung. Das bekannte C-Rohr hat von der Kupplungsgröße seinen Namen. Darüber hinaus werden sie auch in der Industrie eingesetzt. Das Gleiche gilt für die größten Bauformen der Storz-Kupplung.

Werkstoffe der Storz-Kupplung

Diese Schlauch Kupplung zeichnet sich durch eine massive Ausführung aus. Sie ist sehr robust ausgelegt. Wegen des ständigen Kontakts zu Wasser oder aggressiven Medien muss sie aus möglichst unempfindlichen Werkstoffen hergestellt sein. Als Materialien für die Storz-Kupplung haben sich folgende Werkstoffe durchgesetzt:

  • Messing
  • Aluminium
  • Edelstahl

Die ersten Feuerwehrkupplungen dieser Art waren deshalb aus Messing gefertigt. Dies führte im Einsatz zu großen Problemen, da die Kupplungsstücke sehr schwer waren. Messing wird daher für diese Schlauch Kupplung nur noch für die kleinsten Baugrößen eingesetzt.
Aluminium ist ein rostfreies Leichtmetall. In seiner reinen Form ist es sehr weich, weswegen es nur eine begrenzte Kraft gegen Verformung hat. Durch Zusätze in der Legierung wird Aluminium für den Einsatz von Storz-Kupplungen verwendbar. Es wird für mittelgroße Verbindungen mit mittleren bis hohen Innendrücken verwendet.
Edelstahl ist als Werkstoff sehr belastbar und rostfrei. Außerdem ist er unempfindlich gegen die meisten Säuren und Basen. Storz-Kupplungen aus Edelstahl sind zwar teuer, für besonders große Durchmesser und Innendrücke aber am besten geeignet.

Hersteller der Storz Kupplung

Ein großer Teil der deutschen bzw. europäischen Produktion von Storz-Kupplungen wurden in den letzten beiden Jahrzehnten nach China verlagert. Dadurch sanken die Preise für diese Bauteile erheblich. Allerdings wurden auch Einbußen in der Festigkeit und Zuverlässigkeit festgestellt. Storz Kupplungen werden heute noch von folgenden Unternehmen in Deutschland produziert:

  • Feuer-Vogel GmbH aus Speyer
  • Karasto Oehler GmbH aus Backnang


Karasto Oehler sind die Erfinder der „Geka“ Kupplung. Diese ist der Storz-Kupplung technisch ähnlich und für besonders kleine Schlauchdurchmesser geeignet.