Bauheizung

Bauheizung berechnen: Leistung & Energiekosten

Bauheizer versorgen Zelte oder Baustellen mit Wärme. Sie sind in aller Regel mobil und in unterschiedlichen Arten erhältlich. Welches Gerät dabei am besten zum Einsatz kommt, hängt unter anderem von der benötigten Leistung und den anfallenden Energiekosten ab. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Eigenschaften der verschiedenen Heizgeräte und zeigen, wie sich Leistung und Energiekosten einer Bauheizung berechnen lassen.

Die Themen im Überblick

Heizgeräte und die wichtigsten Eigenschaften

Bevor Nutzer eine Bauheizung berechnen, sollten sie das passende Modell auswählen. Denn die Funktionsweise ist ein Einflussfaktor auf die Leistung. Darüber hinaus wirken sich die eingesetzten Energieträger sehr stark auf die entstehenden Heizkosten aus. Zu unterscheiden sind im Wesentlichen:

  • Elektrolufterhitzer
  • Heizkanonen
  • Warmlufterzeuger
  • Heizregister
  • Heizzentralen

Elektrolufterhitzer für kleine Räume oder Häuser

Elektrische Lufterhitzer sind einfach in der Nutzung und günstig in der Anschaffung. Sie blasen Raumluft mit einem Ventilator über einen Heizwiderstand. Letzterer erwärmt sich unter Spannung und überträgt Heizwärme auf die Luft im Raum. Das funktioniert sehr schnell und ohne schädliche Abgase. Zu empfehlen sind Geräte mit einer Leistung von bis zu 15 Kilowatt. Wer die Energiekosten der Bauheizung berechnen lässt, bekommt im Vergleich zu anderen Geräten allerdings die höchsten Ergebnisse. Grund dafür ist der hohe Strompreis.

Heizkanonen zur Verbrennung von Heizöl oder Flüssiggas

Heizkanonen basieren auf dem gleichen Prinzip wie Elektroheizer. Anstelle einen Heizdraht zu erwärmen, arbeiten sie dabei allerdings mit der Verbrennung von Heizöl oder Flüssiggas. Sie erreichen auf diese Weise eine Leistung von bis zu 50 kW und deutlich geringere Brennstoffkosten. Nachteilig ist jedoch, dass viele Geräte die Abgase direkt in den Raum einleiten und viel Sauerstoff aus diesem Verbrauchen. Abhilfe schaffen Heizkanonen mit Abgasanschluss, über den sich die Rauchgase nach draußen führen lassen.

Warmlufterzeuger für große Baustellen und Zelte

Auch diese Heizgeräte verbrennen Heizöl oder Flüssiggas, um Baustellen und Zelte mit Wärme zu versorgen. Sie sind in Leistungsbereichen von bis zu 150 kW erhältlich und lassen sich außen aufstellen. Während die Abgase auf diese Weise nicht ins Haus gelangen, leiten die Geräte erwärmte Luft über flexible Schläuche in die zu beheizenden Bereiche. Wer den Energieverbrauch der Bauheizung berechnen lässt, muss sich hier auf größere Zahlen einstellen. Denn im Vergleich zu Heizkanonen, die mit der Zeit erwärmte Luft weiter aufheizen, saugen Warmlufterzeuger in aller Regel immer kalte Außenluft an.

Flexible Heizregister für mobile Heizzentralen

Heizregister bestehen aus einem Ventilator, der Raumluft über einen wasserführenden Wärmeübertrager bläst. Letzterer ist dabei an eine mobile Heizzentrale angeschlossen. Die Heizung arbeitet üblicherweise mit Heizöl oder Flüssiggas und leitet erwärmtes Heizungswasser über flexible Schläuche zu den Heizregistern. An diesen geht die mitgeführte Energie auf die Raumluft über, bevor das Heizungswasser zur Zentrale zurückströmt. Die Geräte vereinen dabei die Vorteile von Heizkanonen und Warmlufterzeugern: Sie arbeiten im Umluftbetrieb, sind in großen Leistungsbereichen erhältlich und leiten Abgase nicht ins Haus. Wer die entstehenden Heizkosten dieser Bauheizung berechnet, stellt fest, dass die Ergebnisse niedriger ausfallen als bei den anderen Geräten.

Heizzentralen für vorhandene Heizflächen

Befindet sich die Baustelle nicht mehr im Rohbauzustand und Heizflächen sowie Rohrleitungen sind bereits installiert? In diesem Fall lassen sich mobile Heizzentralen direkt mit dem hausinternen Heizungsnetz verbinden. Die Lösung ist besonders effizient und günstig. Infrage kommt sie immer dann, wenn die konventionelle Heizung noch nicht fertiggestellt oder defekt ist.

Bauheizung berechnen: Die Leistung in Kilowatt (kW)

Wie viel ein Heizgerät leisten muss, hängt von verschiedensten Einflussfaktoren ab. Wir stellen die wichtigsten vor und geben Richtwerte, mit denen Planer, Handwerker oder Bauherren die Bauheizung berechnen können.

Diese Faktoren beeinflussen die Heizleistung

Bauphysikalisch betrachtet, muss eine Bauheizung genau so viel Wärme in ein Gebäude einbringen, dass sich die gewünschten Temperaturen bei den vorhandenen Verlusten aufrecht halten lassen. Entscheidend sind dabei folgende Faktoren.

Einflussfaktor Auswirkung auf die Berechnung der Bauheizung
Innentemperaturen Wie warm es auf einer Baustelle, in einer Halle oder in einem Zelt sein muss, hängt von der geplanten Nutzung ab. Vorgaben finden sich hier u. a. in den technischen Regeln für Arbeitsstätten, die Temperaturen in Abhängigkeit der Aktivität vorgeben. Bei leichten Tätigkeiten im Sitzen erfolgt die Berechnung der Bauheizung dabei mit einer Raumlufttemperatur von 20 °C. Mittelschwere Tätigkeiten im Gehen/Stehen erfordern 17 °C und schwere Tätigkeiten 12 °C.
Zustand der Gebäudehülle Wer eine Bauheizung berechnen will, muss auch den energetischen Zustand der Gebäudehülle berücksichtigen. Handelt es sich um einen Rohbau ohne Fenster und Türen, geht allein über die Durchlüftung viel Wärme verloren. Ein fast fertiger Neubau mit dichten Fenstern und gedämmten Wänden verliert hingegen nur sehr wenig Wärme. Hier kann die Leistung daher deutlich geringer ausfallen.
Außentemperaturen Vor allem bei Rohbauten, Zelten und dann, wenn Warmlufterzeuger zum Einsatz kommen, wirkt sich auch die Außentemperatur sehr stark auf die Leistung aus. Denn je niedriger diese ist, umso mehr Energie muss die Baustellenheizung aufbringen. Bei der Berechnung einer Bauheizung für bereits gedämmte Gebäude fällt die Außentemperatur durch geringere Wärmeverluste weniger ins Gewicht.
Beheiztes Volumen Ein ganz wesentlicher Einflussfaktor ist auch das zu beheizende Volumen. Denn je größer ein Gebäude ist, umso mehr Wärme ist auch nötig, um dieses auf die gewünschten Temperaturen zu bringen.

Unser Tipp: Die Einflussfaktoren sind auch geeignete Stellschrauben, wenn es um die Reduzierung des Energieverbrauchs und der Energiekosten geht. So lässt sich die Leistung zum Beispiel durch eine geringere Raumtemperatur niedriger wählen. Die Art der Baustellenheizung wirkt sich darüber hinaus stark auf den anfallenden Energieverbrauch aus.

Auslegung der Bauheizung: Berechnung in der Theorie

In der Theorie geht es darum, alle Wärmeverluste zu ermitteln und diese zusammenzurechnen. Fachplaner bestimmen dabei zunächst die Hüllflächen des Gebäudes. Sie berechnen deren U-Werte (Kennwert für die energetische Qualität der Bauteile) und ermitteln, wie viel Wärme bei der gewünschten Temperatur verloren geht. Anschließend stellen die Experten auch die sogenannten Lüftungswärmeverluste zusammen. Diese treten durch den Luftwechsel im Haus oder im Zelt auf und sind höher, je undichter das zu beheizende Gebäude ist. Im nächsten Schritt der Bauheizungs-Berechnung addieren Planer die Ergebnisse, um die benötigte Leistung zu erhalten.

Vereinfacht lässt sich die Berechnung mit folgender Gleichung durchführen:

  • Leistung [in kW] = Raumvolumen [in m³] x Korrekturfaktor x Temperaturdifferenz [in K] x 1,16/1.000

Der Korrekturfaktor hängt von der Art des Gebäudes ab. Üblich sind dabei folgende Richtwerte:

  • Gute Wärmedämmung: Korrekturfaktor = 1,2
  • Gebäude ab 1975: Korrekturfaktor = 2,2
  • Ältere Gebäude: Korrekturfaktor = 3,0
  • Keine Isolation: Korrekturfaktor = 4,0

Die Temperaturdifferenz ergibt sich aus dem Unterschied zwischen der gewünschten Raumlufttemperatur und der Außentemperatur.

Ein Beispiel: Ein Rohbau mit 100 Quadratmeter Grundfläche und 3 Meter hohen Räumen soll im Winter auf etwa 12 Grad Celsius beheizt werden. Die Außentemperatur liegt im betrachteten Zeitraum bei -10 Grad Celsius. Für diese Randbedingungen (Korrekturfaktor = 4; Temperaturdifferenz von 22 K) ergibt sich eine Leistung von 30 kW.

Richtwerte für die Bestimmung der Leistung in der Praxis

In der Praxis haben sich verschiedene Richtwerte etabliert, wenn es um die Berechnung der Bauheizung geht. Diese berücksichtigen unter anderem die Art des Gebäudes, die gewünschten Raumtemperaturen und die Zustände der Außenluft. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.
Einsatzfall Richtwert zum Berechnender Bauheizung
Rohbau (teilweiseoffen, ungedämmt) 50 bis 100 W/m³
Geschlossenes Objekt (Neubau mit Fenstern und Türen) 25 bis 30 W/m³
Zelte im Frühjahr und im Herbst 100 W/m³
Zelte im Winter 150 W/m³
Die Tabelle zeigt: Je dichter und besser gedämmt ein Gebäude ist, umso kleiner fällt die Leistung der Bauheizung aus. Sinkende Außentemperaturen, geringere Dämmqualitäten und höhere Luftwechsel lassen das Ergebnis der Berechnung hingegen ansteigen.

Verbrauch und Energiekosten der Bauheizung berechnen

Steht die benötigte Leistung fest, können Planer, Fachhandwerker oder Bauherren die passende Bauheizung auswählen. Während einige Geräte vor allem in hohen Leistungsbereichen ohnehin nicht verfügbar sind, hilft bei der Entscheidung auch ein Blick auf die Heizkosten. Wie sich diese berechnen und vergleichen lassen, erklären die folgenden Abschnitte.

Funktionsweise und Effizienz beeinflussen die Heizkosten

Ein wesentlicher Einflussfaktor auf die entstehenden Heizkosten ist die Funktionsweise der Bauheizung. Nachteilig zeigen sich hier vor allem Warmlufterzeuger, die ausschließlich kalte Außenluft erhitzen. Denn im Vergleich zu Umluftgeräten müssen diese kontinuierlich die größte Temperaturdifferenz bewältigen. Warmluftkanonen oder Heizregister erwärmen hingegen Raumluft im Umluftprinzip. Da die Raumlufttemperatur mit der Zeit steigt, sinkt Schritt für Schritt auch die relevante Temperaturdifferenz. Die Bauheizung verbraucht weniger und die Berechnung ergibt geringere Heizkosten.

Nutzungszeit der Heizung für Baustellen und Zelte

Geht es um den Energieverbrauch und die Heizkosten, haben auch die Nutzungszeiten einen wesentlichen Einfluss. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob die Heizung täglich 5 oder 15 Stunden arbeitet. Für den Einsatz in Baustellen können Planer, Fachhandwerker oder Bauherren überschlägig mit 6,5 bis 10 Stunden rechnen. Eine Zeltheizung kann abhängig von der Art der Veranstaltung auch länger in Betrieb sein.

Den Energieverbrauch der Bauheizung berechnen

Der nächste Schritt bei der Berechnung der Heizkosten einer Baustellenheizung ist die Ermittlung des Energieverbrauchs. Dieser hängt grundsätzlich von der benötigten Leistung und der Heizzeit ab. Die folgende Gleichung zeigt, wie sich der Energiebedarf überschlägig ermitteln lässt:
  • Energiebedarf der Bauheizung berechnen [in kWh] = Leistung [in kW] * Volllaststunden [in h/d] * Heizzeit [in d]
Ein Beispiel: Kommt auf einer Baustelle vier Wochen lang eine 150 kW starke Bauheizung zum Einsatz, arbeitet diese 20 Tage lang je etwa 8 Stunden. Daraus ergibt sich ein Energieverbrauch von 24.000 Kilowattstunden.

Brennstoffpreise bei der Berechnung der Energiekosten

Wie hoch die laufenden Kosten der Baustellenheizung sind, hängt letztlich auch von den Brennstoffpreisen ab. Den größten Nachteil haben dabei elektrische Systeme. Denn der Strompreis ist mit rund 30 Cent pro Kilowattstunde besonders hoch. Alternativen wie Heizöl oder Flüssiggas sind aktuell zu ähnlichen Konditionen verfügbar. Anzumerken ist hier allerdings, dass der Heizölpreis in der Vergangenheit deutlich größeren Schwankungen unterlag. So kosteten 100 Liter des Rohstoffs Ende 2018 noch rund 90 Euro, wohingegen der Preis aktuell bei etwa 40 Euro pro 100 Liter liegt. Die folgende Tabelle zeigt Energiepreise im Vergleich (Stand 11/2020).
Energieträger Energiepreis Heizkosten bei einem Verbrauch von 100.000 kWh (Verbrauch x Energiepreis)
Strom (Strommix) 0,30 €/kWh 30.000 Euro (fällt aus dem Vergleich, das nicht in großen Leistungsbereichen verfügbar)
Heizöl 0,045 €/kWh 4.500 Euro
Flüssiggas 0,054 €/kWh 5.400 Euro
Der Vergleich zeigt, dass Heizöl und Flüssiggas aktuell deutlich günstiger sind als Strom. Mit etwa 900 Euro Preisvorteil ist Heizöl dabei im Moment einer der günstigsten Brennstoffe. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass der Energieträger vor allem bei dem Bezug sehr kleiner Mengen auch deutlich teurer sein kann. Außerdem ist damit zu rechnen, dass die Heizölpreise wieder ansteigen. Erreichen Sie den Höchststand der letzten zwei Jahre, wäre Heizöl mit rund 9 Cent pro Kilowattstunde um einiges teurer als Flüssiggas. Die Energiekosten bei einem Verbrauch von 100.000 Kilowattstunden würden in diesem Fall bei etwa 9.000 Euro liegen

Fazit: Die passende Baustellenheizung auswählen

Wer die Leistung der Bauheizung berechnet hat, kann ein Gerät auswählen, das optimal zu den örtlichen Gegebenheiten passt. Stehen verschiedene Systeme zur Auswahl, hilft die Ermittlung der Verbrauchskosten dabei, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Hierbei fällt auf, dass Heizsysteme im Umluftbetrieb grundsätzlich günstiger arbeiten als solche, die stets kalte Außenluft erwärmen. Im Vergleich der Energieträger schneiden Öl- und Gasanlagen dabei besser ab als strombetriebene Heizungslösungen. Grund dafür sind die Energiepreise, die bei Heizöl und Flüssiggas deutlich unter denen elektrischer Energie liegen.