Frischwasserstation mieten: Technik und Kosten

Autor: Marc Bode / ✅ Aktualisiert am: 08.02.2022 / Startseite » Frischwasserstation mieten: Technik und Kosten

Ist die Warmwasserversorgung ausgefallen oder noch nicht verfügbar, sorgen mobile Wärmeerzeuger für ausreichend warmes Wasser.

Das Gerät nennt man eine mobile Frischwasserstation. Das kompakte Gerät erhitzt Trinkwasser im Durchlaufprinzip besonders hygienisch und ohne nennenswerte Bereitschaftsverluste.

Deutsche-Thermo.de informiert über Funktion, Größen und Anschluss der Geräte. Außerdem informieren wir über die Kosten, wenn Hausbesitzer eine Frischwasserstation mieten möchten.

Ventile, Anschlüsse und Armaturen einer Frischwasserstation

Die Themen im Überblick

Frischwasserstation erhitzt Trinkwasser bedarfsgerecht

Frischwasserstationen bestehen im Kern aus einem Wärmeübertrager, der von Heizungs- und Trinkwasser durchflossen wird. Zapfen Nutzer im Gebäude Warmwasser, nimmt dieses im Wärmeübertrager thermische Energie auf. Es erhitzt sich auf die voreingestellte Temperatur und steht ohne lange Wartezeit an der entsprechenden Armatur zur Verfügung. Verfügt die Anlage über eine Zirkulationsleitung, strömt das nicht verbrauchte Warmwasser zur Frischwasserstation zurück. Es nimmt erneut Wärme auf und kühlt sich nicht ab.

Bedarfsgerechte und hygienische Art der Warmwasserversorgung

Die Warmwasserbereitung im Durchflussprinzip arbeitet bedarfsgerecht. Sie erhitzt Trinkwasser nur dann, wenn Nutzer dieses zapfen und kommt daher ohne nennenswerte Bereitschaftsverluste aus. Durch geringe Volumen und optionale Zirkulationsleitungen, die nicht verbrauchtes Trinkwasser zur Station zurückführen, ist die Technik außerdem besonders hygienisch. Es kommt nicht zur Stagnation. Wasser kühlt nicht aus und Legionellen vermehren sich nicht.

Frischwasserstation mieten und Temperaturen individuell einstellen

Die mobile Warmwasserbereitung bietet ein hohes Maß an Flexibilität. So können Nutzer die Warmwassertemperaturen individuell einstellen. Möglich sind dabei Werte von etwa 30 bis 65 Grad Celsius. Geht es um die thermische Desinfektion von Leitungsnetzen, sind je nach Anlage kurzzeitig auch Warmwassertemperaturen von bis zu 85 Grad Celsius wählbar.

Betrieb mit oder ohne einen Warmwasserspeicher in der Hausanlage

Ob ein Puffer- beziehungsweise ein Trinkwasserspeicher im Haus vorhanden ist oder nicht, spielt grundsätzlich keine Rolle. In beiden Fällen können Betreiber eine mobile Frischwasserstation mieten.

Anschlussfertige Geräte für die Innen- oder Außenaufstellung geeignet

Frischwasserstationen zum Mieten bestehen aus anschlussfertigen Einheiten, die entweder auf Sackkarren oder in mobilen Boxen montiert sind. Sie lassen sich vergleichsweise einfach transportieren und je nach Ausführung innen oder außen aufstellen. Durch kurze Anbindeleitungen und höhere Umgebungstemperaturen ist die Innenaufstellung dabei besonders günstig.

Warmwasserbereitung funktioniert mit Kessel oder Mietheizung

Wer eine Frischwasserstation mieten möchte, hat anschlusstechnisch viele Möglichkeiten. Am einfachsten ist es dabei, die Anlage direkt an den bestehenden Kessel anzubinden. Dieser liefert warmes Wasser dann bedarfsgerecht, um das Trinkwasser im Wärmeübertrager zu erhitzen. Infrage kommt diese Lösung, wenn lediglich die Warmwasserbereitung im Haus ausgefallen ist. Das kann bei einer Störung oder im Rahmen von Umbaumaßnahmen der Fall sein.

Unabhängige und mobile Warmwasserbereitung über eine Mietheizung

Mobile Heizung kaufen Grafik mit weißem Heizanhänger zum kaufen

Wenn der vorhandene Wärmeerzeuger ausgefallen ist oder noch nicht installiert wurde, können Betreiber dennoch eine Frischwasserstation mieten. Nötig ist dann auch eine mobile Heizzentrale, die ausreichend Wärme liefert.

Infrage kommen dabei meist Anhänger- oder Containerheizungen, die sich vor dem Gebäude aufstellen lassen. Sie arbeiten mit Gas, Heizöl oder Pellets und können bei Bedarf auch die Gebäudeheizung mit Wärme versorgen.

Frischwasserstationen eignen sich für viele Einsatzbereiche

Mit einer Leistung von 50 bis über 200 kW liefern Frischwasserstationen zum Mieten bei Bedarf mehr als 5.000 Liter Warmwasser pro Stunde. Sie eignen sich dabei vor allem für mittlere bis große Gebäude, in denen sie für verschiedene Zwecke zum Einsatz kommen. Typische Einsatzbereiche sind:

  • Warmwasserbereitung in Wohngebäuden bei Heizungsausfall
  • Versorgung mobiler Sanitäranlagen mit warmem Trinkwasser
  • Warmwasserbereitung für Duschanlagen in verschiedenen Bereichen

Vorübergehende Warmwasserbereitung bei Ausfall oder Bauarbeiten

Einer der häufigsten Gründe, aus denen Kunden eine Frischwasserstation mieten, ist die vorübergehende Warmwasserbereitung in Mehrfamilienhäusern. Diese ist nötig, wenn Betreiber Arbeiten am Warmwasserbereiter oder am Wärmeerzeuger durchführen. Aber auch bei technischen Defekten, Störungen und Heizungsausfällen sorgen die mobilen Anlagen schnell für Abhilfe.

Flexible Warmwasserbereitung für mobile Sanitäranlagen bereitstellen

Auf Campingplätzen, Festen und Veranstaltungen sowie in vorübergehend eingerichteten Wohnstätten kommen häufig mobile Bäder zum Einsatz. Steht für diese keine Warmwasseranlage zur Verfügung, sorgen Frischwasserstationen zusammen mit Mietheizungen für Abhilfe. Die Anlagen lassen sich nahezu überall aufstellen und leitungsungebunden betreiben.

Betriebliche Duschanlagen mit ausreichend Warmwasser versorgen

Die mobile Warmwasserbereitung zum Mieten eignet sich auch für ganze Duschanlagen. Diese kommen beispielsweise in Betrieben, Schwimmbädern oder Sportanlagen zum Einsatz. Im Schicht- oder Trainingsbetrieb fallen dabei hohe Leistungsspitzen an, die sich mit ausreichend groß dimensionierten Frischwasserstationen zuverlässig abdecken lassen.

Installation und Inbetriebnahme der mobilen Warmwasserbereiter

Wer eine Frischwasserstation mieten möchte, bekommt die Technik häufig schon am gleichen oder nächsten Tag geliefert. Wie die Anlage am Einsatzort in Betrieb zu nehmen ist, erklären wir im Folgenden Schritt für Schritt. Wichtig zu wissen ist, dass nur Fachhandwerker Arbeiten an der Warmwasseranlage durchführen dürfen.

01

Gerät an geeignetem Aufstellort platzieren:

Im ersten Schritt ist die Anlage nah am Anschlusspunkt, am besten im Gebäude, aufzustellen. Wichtig ist dabei ein gerader und tragfähiger Untergrund.

02

Vor- und Rücklauf der Heizung anschließen:

Nun sind alle Absperrungen am Gerät zu schließen. Fachhandwerker führen flexible Schläuche vom Kessel oder von der mobilen Heizzentrale zur Frischwasserstation und schließen diese dort an.

03

Brauchwasser- und Zirkulationsleitung anbinden:

Im nächsten Schritt stellen Fachhandwerker eine Verbindung zur Warmwasserleitung im Haus her und schließen zudem auch Kaltwasser- und Zirkulationsleitungen an. Wichtig ist, dass die verwendeten Schläuche vor der Installation gereinigt und desinfiziert wurden.

04

Sicherheitsleitung anbinden und mit Gefälle verlegen:

Zudem ist die Sicherheitsleitung anzuschließen, die Wasser bei zu hohem Druck aus der Anlage ablässt. Ihr Durchmesser entspricht dem Austrittsquerschnitt des Sicherheitsventils. Die Verlegung darf mit maximal zwei Bögen und einer Länge von 2 Metern erfolgen. Wichtig ist zudem ein entsprechendes Gefälle.

05

Heizungsseite befüllen und entlüften:

Nun geht es an das Befüllen und Entlüften der Anlage. Zunächst erfolgt das auf der Heizungsseite, weshalb nacheinander Vor- und Rücklauf zu öffnen sind. Über eine Entlüftungsleitung am dafür vorgesehenen Hahn lässt sich überschüssige Luft abführen. Sind die Arbeiten abgeschlossen, erfolgt eine Dichtheitsprüfung.

06

Trinkwasserseite befüllen und entlüften:

Genau wie die Heizungsseite ist nun auch die Trinkwasserseite der Frischwasserstation mit Wasser zu füllen. Dazu öffnen Fachhandwerker alle Anschlüsse in Fließrichtung. Sie schließen den Entlüftungsschlauch am dafür vorgesehenen Hahn an und entlüften die Anlage über eine Entnahmearmatur im Verteilnetz.

07

Strom anschließen und in Betrieb nehmen:

Im letzten Schritt schließen Fachhandwerker die Frischwasserstation über einen Schuko-Stecker an eine Steckdose an. Sie nehmen die mobile Heizung in Betrieb, starten die Zirkulationspumpe und stellen diese passend zum System ein. Im Anschluss daran starten Fachhandwerker die thermische Desinfektion, bevor sie die gewünschten Wassertemperaturen am Mischventil einstellen.

Frischwasserstation mieten: Kosten im Überblick

Wie viel eine Frischwasserstation zum Mieten kosten kann, hängt vor allem von der Leistung und der Mietdauer ab. Während die Preise mit zunehmender Leistung steigen, wirken sich längere Mietzeiten meist begünstigend aus. Die folgende Tabelle informiert über Richtpreise verschiedener Anlagengrößen.

FrischwasserstationMiete für eine WocheVerlängerungstag
Klein
(ca. 50 kW und ca. 25 l/min bei 10/40 °C)
200 bis 250 Euro pro Woche3 bis 7 Euro pro Tag
Mittel
(ca. 100 kW und ca. 50 l/min bei 10/40 °C)
325 bis 375 Euro pro Woche4 bis 8 Euro pro Tag
Groß
(ca. 200 kW und ca. 100 l/min bei 10/40 °C)
525 bis 575 Euro pro Woche5 bis 10 Euro pro Tag

Die Preise verstehen sich als Richtwerte, die von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich ausfallen können. Aufschluss gibt daher nur ein individuelles Angebot.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Frischwasserstation zum Mieten?

Die Frischwasserstation ist ein Wärmeübertrager, durch den Heizungs- und Trinkwasser mit stofflicher Trennung hindurchströmen. Das Heizungswasser gibt dabei Wärme ab, um das Trinkwasser auf die gewünschten Temperaturen zu bringen. Als Mietlösung ist die Technik dabei auf transportable Karren oder in Rollboxen eingebaut.

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Für den Betrieb ist ein Stromanschluss (in der Regel 240 Volt) nötig. Außerdem muss eine fest installierte oder mobile Heizung ausreichend Wärme liefern. Der Anschluss an das Trinkwassernetz erfordert zudem einen passenden Anschlusspunkt an die Warm- und Kaltwasserleitung im Haus.

Wann kann ich eine Frischwasserstation mieten?

Geeignet ist die Technik für die Warmwasserbereitung in Mehrfamilienhäusern, Quartieren oder Gewerbeanlagen, wenn die eigentliche Heizungsanlage noch nicht installiert, ausgefallen oder wegen einer Umbaumaßnahme nicht nutzbar ist. Aber auch mobile Bäder und Duschanlagen lassen sich auf diese Weise mit warmem Wasser versorgen.

Darf ich die Anlage selbst anschließen?

Nein. Den Anschluss an das Trinkwassernetz stellen erfahrene Fachhandwerker her. Das ist nötig, um ein hohes Maß an Hygiene sicherstellen zu können.

Wie viel kostet die mobile Warmwasserbereitung?

Die Kosten richten sich nach Leistung und Mietdauer. Sie liegen üblicherweise zwischen 200 und 600 Euro in der ersten Woche und sinken, je länger Kunden die Frischwasserstation mieten. Aufschluss gibt hier jedoch nur ein individuelles Angebot.

Autor: Marc Bode

Marc Bode

Marc ist Geschäftsführer bei Deutsche Thermo. Er arbeitet seit 2009 in der Energiebranche und hat seine Ausbildung bei einem Anbieter für Flüssiggas gemacht. Seitdem war der Experte für Wärme- und Kältetechniken in vielen verschiedenen Funktionen tätig und hat 2020 Deutsche Thermo gestartet.